Ganz klar, es gibt viel zu tun, der Hof wird sein Gesicht verändern. Mit einem Teilabriss beginnen wir schon bald. Danach wird Schritt für Schritt gebaut und saniert. Bis Ende 2019 soll alles fertig gestellt sein.

1) Der älteste Teil des Hofes ist der hier rechts zu sehende niedrigere Bau, das früher alleinstehende niedersächsische Hallenhaus. 1911 wurde es um den linken Bereich erweitert, so dass dieses wunderschöne, repräsentative Bauernhaus entstanden ist, welches Antje mit viel Liebe fürs Detail saniert hat. Beispielsweise hat sie die Fenster nach alten Vorlagen vom Tischler fertigen und einbauen lassen und so manche Bausünde aus den 70ern rückgängig gemacht. Hier wohnt sie nun auch mit ihrer Tochter Hannah in der Erdgeschoßwohnung.

Obendrüber wird im Frühjahr eine Familie mit zwei Kindern einziehen. Im "Westflügel" befindet sich eine Maisonettewohnung, derzeit von Sabine und ihrer WG-Partnerin Alena bewohnt. Noch weiter westlich, im früheren Kuhstall, ist die Hofküche geplant, darüber kann ggf. noch eine weitere Wohnung erstellt werden.

2) Zwischen Hauptstraße und Wohnprojekt findet sich ausreichend Platz für die Verarbeitung und Lagerung von Lebensmitteln, die vom Acker gegenüber kommen werden. Wir planen eine solidarische Landwirtschaft, bei der die Mitglieder ihre Lebensmittel ganz nah am Produzenten abholen können und auch eingeladen sind mitzuhelfen. Denn der Erhalt des Hofes als Ganzes liegt uns am Herzen.

Die Idee der Großfamilie soll zeitgemäß umgesetzt werden, dazu gehört auch die Bewirtschaftung der Flächen, die wir sehr gerne zur Selbstversorgung nutzen möchten. Wir setzen uns in Lemgrabe zum Ziel, nachhaltig gute, regionale Lebensmittel zu produzieren und die Idee einer sozialen und umweltschonenden Landwirtschaft voranzubringen. Mehr dazu ist im Bereich Natur, Tier und Landwirtschaft nachzulesen.

3) Im südlichen Teil befinden sich die Hofhäuser – hier ist noch so Einiges offen. Eine Familienwohnung lässt sich im sanierten Stall genauso realisieren wie eine Singlewohnung, ein gemeinschaftlich genutztes Büro oder ein Zuhause für eine Wohngemeinschaft. Gemütlich macht es schon der offene Dachstuhl, eine schöne Belichtung wird über große Gauben und Dachfenster erreicht.

Wie in allen Gebäuden wird auch hier der Einsatz von ökologischen Baustoffen für ein angenehmes Wohnklima sorgen. Die Aus­stattung passt zu einem anspruchs­vollen Leben auf dem Land: Eigene Terrassen, Holzdielen oder Steinböden, mit Lehm oder Kalkmörtel verputzte Wände, Fenster und Türen aus Holz. Aus unserer Planungsgruppe freuen sich bereits Rudolf und Regina auf ihre Wohnung in diesem Haus, sie haben sich bewusst für den Altbau und den damit verbundenen Charme entschieden.

4) (Leider) schon belegt ;-)
Dieser Neubau mit Zugang über die Dorfstraße war als erster vollständig belegt und wird nun auch als erstes fertiggestellt werden. Vorher müssen der niedrigere, alte Schweinestall und der ehemalige Pferdeunterstand weichen.

Antje plant für uns ein Holzhaus, in dem vier Wohnungen zwischen 50 und 70 Quadratmeter untergebracht sind. Dorthin wird Sabine umziehen und in der direkten Nachbarschaft von Christina, Ruth, Jutta und Bernhard leben. Das Haus ist vermutlich bereits im Sommer 2018 einzugsfertig.

5) Hofküche und Café – Gemeinschaftsräume sind uns wirklich wichtig. Deshalb steht auch als einer der ersten Schritte die Fertigstellung der Hofküche an. Einladend wird man von der Hauptstraße kommend direkt auf das rekonstruierte Tor der ehe­maligen Scheune blicken.

Zur Hauptstraße werden Gemeinschaftsräume wie Hofküche, Laden, Gemüselager und Fachwerk­scheune sowie drei der Wohnungen einen geschützten Platz bilden. In der Diele des zentralen Wohnhauses wird der gemeinschaftliche Raum mit Ess- und Kaminzimmer zum Mitein­ander einladen, auch die Bewohner aus Lemgrabe und Umgebung sind willkommen und können am Mittagstisch teilnehmen. An den Wochenenden soll die Hofküche zukünftig zum Café geöffnet werden.

6) Noch steht hier eine sehr baufällige Scheune, in der früher hauptsächlich Kartoffeln gelagert wurden. Das wird aber bald der Vergangenheit angehören, das Abrissunternehmen ist schon fast beauftragt. Entstehen wird ein Neubau aus Holz, eine Kombination aus Wohnungen unterschiedlicher Größen und einer Pflegewohngemeinschaft.

Diese Pflegewohngemeinschaft ist eines unserer liebsten Projekte und es erfüllt uns mit Freude und Stolz, diese Räume zu erstellen und letztlich bei Bedarf auch selber zu nutzen. Denn so müssen die Bewohner ihr Quartier nicht verlassen, sollten sie einmal nicht mehr mobil sein. Auch ist es ein finanzieller Aspekt, der uns dazu bewegt, diesen Bereich zu schaffen, denn bezahlbare Pflege im Alter ist ein erstrebenswertes Ziel.