Das Grundprinzip zur Finanzierung der Wohnungen:
Die Wohnungen werden, wie es bei Wohnungseigentümergemeinschaften (künftig mit WEG abgekürzt) üblich ist, individuell und eigenverantwortlich finanziert. Die WEG besteht aus den BauherrInnen, die ihre Wohnungen gemeinsam bauen und durch Eigenmittel und ggf. Darlehen finanzieren. Der Vorteil der Gruppe ist, dass wir das Gesamtkonzept bei der Bank vorstellen werden und nicht jeder einzelne vorstellig werden muss. Eine Gruppe hat in der Regel mehr Kraft. Wir nutzen auch hier wieder die Kompetenz von Volker Holtermann (PlanW GmbH), der das Projekt Hofleben sehr gut kennt und mitentwickelt hat.

Ein weiterer Vorteil wird sein, dass wir die Koordination der Bauphasen aufeinander abstimmen können. Bessere Konditionen bei Dienstleistern durch großes Auftragsvolumen sei hier als Beispiel genannt. Das gesamte Bauvorhaben wird bis zur Bauüberwachung von der bisherigen Hofeigentümerin Antje Petersen als Architektin betreut. Sie kennt den Hof natürlich in- und auswendig und ist persönlich sehr am Erhalt und vor allem an einer guten Gestaltung interessiert. Mit ihr haben wir sicher den besten Partner für ein Gelingen, den man sich wünschen kann.

Und nun in Zahlen: Für den Quadratmeter Wohnfläche kalkulieren wir 2.500 Euro Erstellungskosten. Darin erhalten sind ebenfalls die anteiligen Kosten für die gemeinsam genutzten Räume und Flächen, ca. 3/4 des Betrages werden in die eigenen vier Wände fließen und das übrige Viertel in Hofküche, Gästewohnungen, Scheunen mit Werkstätten usw.

Über alle Ausgaben, die Verteilung der Kosten sowie das Einsammeln der Gelder wacht die PlanW GmbH.
 

 

Das Grundprinzip zur Finanzierung der Gemeinschaftsräume:
Gemeinschaftsräume werden gemeinsam finanziert und durch öffentliche Förderungen bezuschusst. Der Bau und die Verwaltung der Gemeinschaftsräume wird vom übergeordneten Verein übernommen. Diesen Verein bilden wir selber, das heißt, alle WohnungseigentümerInnen sind Mitglieder des Vereins. Sie statten ihn mit Kapital aus, damit der Verein das Land, auf dem der Hof steht, kaufen kann. Im Gegenzug erhält die WEG vom Verein ein Erbbaurecht. Auch Menschen außerhalb der WEG können dem Verein beitreten.

Ein weiteres Gemeinschaftsprojekt ist die Pflegewohngemeinschaft, diese ist noch etwas anders als die restlichen Gemeinschaftsräume zu betrachten, da wir hier anstreben, dass sie sich wirtschaftlich selbst trägt. Für diesen Teil haben wir bereits öffentliche Fördermittel zugesagt bekommen. Der Verein wird die Räume für die Pflegewohngemeinschaft zum Teil mitfinanzieren, durch die Nutzung dieser Räume, jedoch wieder Einnahmen verzeichnen.

 

Das Grundprinzip zur Finanzierung der Landwirtschaft:
Der landwirtschaftliche Part wird nach dem Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) organisiert werden, dies bedeutet gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft und ist eine Vermarktungsform für landwirtschaftliche Produkte. Sie basiert auf der Idee, dass ein Hof oder ein Stück Land gemeinschaftlich getragen wird – von den Menschen, die den Anbau durchführen und den Mitgliedern die sich dieser Solidarischen Landwirtschaft anschließen. Das bedeutet, jedes Mitglied unterstützt den Hof mit einem monatlichen Beitrag und erhält im Gegenzug einen Ernteanteil, der ihm vom Hof übertragen wird.

Alles was auf dieser Grundlage an Lebensmitteln wie beispielsweise Gemüse, Brot, Eiern etc. entsteht, wird mit den Mitgliedern dieser Solidargemeinschaft geteilt. Das bedeutet, Du als Verbraucher weißt, wo Deine Lebensmittel herkommen und mit welcher Sorgfalt sie entstehen.

Die Hofleben-SoLaWi wird sich als weiterer eigenständiger Verein selber organisieren und das Land vom Verein HOFLEBEN pachten, ggf. später auch kaufen. Die SoLaWi wirbt Mitglieder, diese werden sicher zum Teil aus dem Wohnprojekt kommen, aber auch durch Menschen aus der Umgebung vervollständigt werden. Die SoLaWi wirtschaftet also unabhängig, stellt Personal und sorgt für den Anbau und Vertrieb. Die Wohnprojektmitglieder sind nicht verpflichtet der SoLaWi beizutreten, auch muss niemand hier zukünftig zwangsweise Arbeiten auf dem Acker erledigen.

Die bisherigen Hofleben-Gestalter freuen sich sehr über diese Form der Landwirtschaft und wollen allesamt Mitglieder werden, sobald sie auf dem Hof wohnen. Der Zugang zu Lebensmitteln in fußläufiger Nähe wird letztlich auch eine Verbesserung der Infrastruktur bedeuten

 

Das Grundprinzip zur Finanzierung des Pferdebetriebes:
Auch der Pferdebetrieb wird eigenständig wirtschaften und handeln. Das benötigte Land wird vom Verein gepachtet. Die Betreiber decken ihre Kosten selber, bzw. durch Einnahmen ihrer Kunden.

 

Das Grundprinzip zur Finanzierung weiterer Betriebe:
Im Rahmen des Hofes ist es möglich, weitere Betriebszweige zu schaffen. Vorstellbar ist beispielsweise, dass jemand einen Hofladen betreibt oder auch dass der Cafébetrieb eigenständig in die Hand einer Person gegeben wird. Da haben wir Gestaltungsspielraum und können uns von Ideen und Know-how der Mitgestalter inspirieren lassen. In allen Fällen ist der Verein der Besitzer des Hofes und wird ggf. Pachtverträge vergeben.

 

Das folgende Organigramm soll die Zusammenhänge zwischen Verein, Mitgliedern und Betrieben veranschaulichen: